Router

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Ein Router ist ein Gerät das zwei ansonsten getrennte Netze miteinander verbindet und Datenpakete die diesen Weg nehmen sollen entweder abweist oder weiterleitet (= routet).

Man beachte bitte den Unterschied zu einem Modem, das diese Funktion nicht hat. Alice lieferte bisher NUR als Modem konfigurierte Geräte an seine Kunden aus, mit dem Produkt Alice Comfort gibt es jetzt auch bei Alice die ersten Router, die allerdings erst entsprechend konfiguriert werden müssen. Alle anderen haben ein MODEM mit dem man EINEN einzigen Computer mit dem Internet verbinden kann.

Das was wir heutzutage als Router, (A)DSL-Router oder WLAN-Router im Handel finden entspricht zwar nicht immer 100% der ursprünglichen Definition, da das aber die Geräte sind mit denen wir umgehen will ich mal darauf beschränken. Ein ADSL oder DSL-Router bezeichnete ursprünglich nur Geräte mit einem integrierten Modem wird aber mittlerweile auch gern für Geräte ohne ein solche benutzt. EIn WLAN-Router ist ein Router mit WLAN-Funktionalität. Fehlt dem Gerät der WAN, bzw. DSL-Port handelt es sich nur um einen Access Point der ein WLAN-Netz aufspannen kann, nicht um einen Router da dieses Gerät nicht zu einem anderen Netz, in diesem Fall dem Internet, verbindet. Ob und wie man diesen Knoten bei Geräten die mehrere WLAN-Netze aufbauen können lösen will bleibt wohl jedem selbst überlassen, generell wird die Bezeichnung der Geräte oft nur von der Werbewirksamkeit geprägt.

Welche Anschlüsse sollte ich also zumindest an einem Router finden? Einen ADSL(WAN)-Port und einen LAN-Port wäre die Minimalausstattung, die meisten heutzutage erhältlichen Geräte haben aber mindestens vier LAN-Ports und gegebenenfalls auch noch einen oder mehrere USB Anschlüsse Über die ein Drucker oder eine Festplatte als NAS (Network Attached Storage) eingebunden werden können.

Bei einem WLAN-Router findet man zusätzlich eine bis drei Antennen.

Da solch ein Router Verbindung zwischen verschiedenen Netzen herstellen soll muss man inh natürlich auch konfigurieren können. Das geht entweder über mitgelieferte Software (z.B. bei den Geräten von AVM -> FritzBox) oder in jedem Fall direkt über einen Browser da die Oberfläche des Routers in der Regel aus ganz normalen html-Seiten besteht. Um auf das Gerät zugreifen zu können muss es sich entweder in der gleichen IP-Range befinden, man muss also entweder eine entsprechende Feste IP-Adresse auf dem Computer vergeben oder DHCP muss aktiviert sein. Da die von Alice gelieferten Geräte noch nicht als Router konfiguriert sind ist hier DHCP immer aus und nur der Weg über eine Feste IP-Adresse möglich.

Im Browser gibt man dann die Adresse des Routers ein. Beim Siemens SL2 ist das z.B. 192.168.1.1 und landet dann auf der Anmeldemaske. Wenn ein anderes Gerät eingesetzt wird findet man die Daten im Handbuch.

Erste Verbindung

Je nach Oberfläche bieten diese Geräte dann mehr oder weniger umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten. Die erste und wichtigste für den "normalen" Nutzer ist die Internetverbindung. Wenn man nicht automatisch beim ersten Zugriff auf den Router auf die entsprechenden Seiten geführt wird findet man diese in der Regel unter "Basic Setup", "Schnellstart" oder ähnlichen Begriffen. Hier wird man von einem Assistenten in wenigen Schritten durch die Konfiguration einer Breitbandverbindung geführt. Diese wird dann auf dem Router abgespeichert. In Zukunft stellt also der Router die DSL-Verbindung für den Anschluss her und stellt diese dann allen angeschlossenenen Geräten zur Verfügung. Das Installieren der Alice Software oder das Einrichten einer manuellen breitbandverbindung vom Rechner aus entfällt.

ACHTUNG: Es gibt bei Alice eine ganze Reihe von Anschlüssen die kein Passwort für die Einwahl in das Internet benötigen. Ein Router läßt einen aber in der Regel nicht weiter wenn kein Passwort eingetragen wurde. Sollte der geneigte Leser einen Alice Anschluss sein eigen nennen der kein Passwort benötigt (auf dem Schreiben steht dann frei wählbar) dann wählt man einfach eines, egal ob das der Name der Katze oder einfach nur Wollsocke ist. Dieses Passwort wird nur benötigt um den Router zu überreden die nächste Seite zu öffnen, es wird von Alice nicht abgefragt.

Bei dieser ersten Einrichtung wird, wenn dies nicht schon automatisch aktiv ist, auch nach einer Aktivierung von DHCP gefragt und danach wie in Zukunft die Verbindung hergestellt werden soll. Hier gibt es drei Möglichkeiten. Da diese in der Regel mit englischen Bezeichnungen versehen sind führe ich diese hier mit an.

Connect manually: Verbindung manuell herstellen. Ist dieser Punkt ausgewählt wählt sich der Router nicht automatisch ein. Man muss in jedem Fall zum Herstellen der Verbindung erst das Routermenü aufrufen und dort auf den "Verbinden"-Knopf klicken.

Connect on demand: Verbindung bei Bedarf herstellen. Hier sollte der Router die Verbindung herstellen sobald von einem der angeschlossenen Rechner eine Verbindung angefordert wird.

Ist einer dieser Punkte ausgewählt hat man die Möglichkeit eine sogenannte Idle Time einzustellen. Wenn innerhalb der eingestellten Zeit kein Traffic (Datenverkehr) festzustellen ist wird die Verbindung automatisch getrennt.

ACHTUNG: Dies sollte man genau kontrollieren! Solch ein Router kann nicht zwischen dem Traffic den man selbst erzeugt und dem den der Rechner erzeugt unterscheiden. Und da es eine ganze Reihe von Programmen gibt die "immer mal wieder" nach Updates schauen oder für die Hilfe oder weitere Inhalte eine Online Verbindung benötigen kann die Verbindung sehr lange aufecht erhalten werden. Entsprechende Tools oder Einstellungen vorausgesetzt kann es sogar passieren das die systemuhr versucht sich alle paar Minuten mit einem Time-Server im Internet zu synchronisieren, also Traffic erzeugt.

Bei einer Flatrate ist das egal, bei einem Time Vertrag allerdings könnte das interessant werden.

always connect: Ist diese Einstellung gewählt wählt sich der Router automatisch ein und versucht diese verbindung durchgehend zu halten. Wird die Verbindung einmal getrennt stellt der Router sie automatisch wieder her. Bei einer Flatrate ist dies die am häufigsten gewählte Einstellung, bei einem Time-Vertrag darf diese Einstellung nicht gewählt werden da sonst sehr hohe Kosten entstehen.

Weitere Einstellungen

Erfahrene Benutzer können diese erste Verbindung natürlich auch manuell einrichten und dabei auch gesonderte Einstellungen für die einzelnen Ports am Router vornehmen. Weiter sind je nach Gerät und installierter Firmware verschiedene weitere Möglichkeiten vorhanden die Einstellungen des Gerätes zu ändern. Hier wird es schwierig eine genauere Erklärung zu geben da die Einstellungsmöglichkeiten in vielen Fällen zwar identisch sind, oft aber mit unterschiedlichen Namen in verschiedenenen Menü-Punkten abgelegt werden. Es kann sogar vorkommen das bei ein und demselben Gerät die Oberfläche mit einem Firmware-Update so geändert wird das man sich komplett neu einarbeiten muss.

Die am häufigsten genutzen Einstellungen betreffen die Firewall, das Port Forwarding und die WLAN-Einstellungen. Die Firewall findet man meist unter dem Überpunkt "Erweitert" oder "Advanced". Mal wirklich mit dieser Bezeichnung, mal mit ihren Funktionenen auf verschiedene Punkte aufgeteilt. Das Port Forwarding, das ja eigentlich eine Funktion in der Firewall ist, wird teilweise dort, teilweise auch als gesonderter Punkt unter IP Routing oder Virtueller Server etc. aufgeführt.

Nur die WLAN Einstellungen sind in der Regel unter diesem Überpunkt sauber zusammengefasst.

All diese Einstellungen solten nur geändert werden wenn man genau weiß was man damit bewirkt oder eine komplette Anleitung dafür vorhanden ist. Das ist was für Experten die sich im bereich Netzwerktechnik ein wenig auskennen.

Man sieht also: Hier ist ein ausgiebiges Studium des Handbuchs notwendig. Man sollte daher beim Kauf solch eines Gerätes nicht nur auf die technischen Daten achten (die angegebenene Laborwerte erreicht man in der freien Wildbahn eh nicht) sondern auch darauf dass das gewünschte Gerät 1. eine gut strukturierte Oberfläche in einer Sprache hat die man selbst auch lesen kann und 2. ein brauchbares Handbuch beiliegt.

Es gibt leider immer noch Geräte im Handel die nur mit einer englischen Bedienoberfläche glänzen. Da es sich hierbei meist nur um Fachbegriffe aus der Netzwerktechnik bzw. Abkürzungen handelt hilft einem das Schulenglisch nicht wirklich weiter. Wenn dann das "Handbuch" auch nur aus einem DIN A4 Blatt aus einer automatischen Übersetzungsmaschine ist kann man nur hoffen dass sich schon ein anderer genervter aber in Netzwerktechnik erfahrener Nutzer daran gemacht hat in einem der einschlägigen Foren eine eigene Anleitung zu veröffentlichen.

Meine Empfehlung lautet daher: Genau diesen Punkt beim Kauf hinterfragen und nicht der Werbung glauben! Sonst spart man beim Kauf 10€ und kann das Gerät nachher gar nicht oder nicht vernünftig nutzen.

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