MTU
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Maximum Transmission Unit (MTU), bzw. der MTU Wert begegnet einem immer wieder dann wenn es entweder um Optimierung oder Entstörung einer DSL Verbindung geht.
Der MTU Wert beschreibt die maximale Größe eines Datenpakets, welches über das genutzte Netzwerk nicht-fragmentiert, also nicht in Teile zerlegt, übertragen werden kann und ist abhängig von der verwendeten Technik.
In einem Ethernet LAN liegt der MTU Wert bei 1.500 bytes, in einem Gigabit LAN theoretisch bei 9.000, in einem WLAN-Netz (802.11) bei 2.312 (Overhead durch Verschlüsselung) und bei einer PPPoE Verbindung kleiner gleich 1.492. Jeder Datensatz der über ein Netz transportiert wird muss vorher in dem jeweiligen Netz entsprechende Stücke zerlegt werden, egal ob es sich um eine reine Anfrage nach einer bestimmten Datei oder Webseite handelt, oder um einen kompletten Spielfilm mit mehreren GB als Archiv. Solange die Daten sich nur in einem Netz bewegen ist das kein Problem, interessant wird es aber wenn dabei auf andere Netze zugegriffen werden muss.
Im einfachsten Fall kommt es dann nur zu einem Absinken der Performance. Ein einfaches Rechenbeispiel zeigt warum:
Stellen wir uns vor eine Datei muss für das Versenden zerlegt werden. Einstellung an der Netzwerkkarte steht auf 1.500 wie es ja auch zu einem Ethernet-Netzwerk passen würde. Unsere Datei wird also in zehn Pakete a 1.500 bytes zerlegt. da der Zielort aber im Internet liegt stossen wir auf ein Problem. Auch hier dürfen solche Pakete eigentlich 1.500 bytes groß sein, da aber acht zusätzliche bytes mit Steuerdaten dazu kommen ist nur noch Platz für maximal 1.492 bytes an Nutzdaten, sprich: Unsere Pakete sind zu groß und müssen in zwei Pakete zerlegt werden da es an dieser Stelle nicht mehr möglich ist auf die Originaldatei zurückzugreifen und diese den Erfordernissen entsprechend neu zu zerlegen. Im Internet bewegen sich jetzt also statt der rechnerisch erforderlichen elf zwanzig Pakete von denen die Hälfte kaum Nutzdaten enthalten.
Bei einer guten und stabilen Verbindung wird man das, zumindest bei kleinen Datensätzen, kaum merken. Kommt es auf der Leitung aber hin und wieder zu Fehlern könnte es doch länger dauern. Die bisher genutzten Protokolle sehen vor dass immer eine bestimmte Anzahl an Datenpaketen verschickt wird und der Absender dann auf die Bestätigung für die erfolgreiche Ankunft wartet bis der nächste Schwung abgeschickt wird. Ist auch nur eines der Pakete beschädigt oder nicht angekommen müssen alle Pakete noch einmal geschickt werden, da es keinen Filter gibt der dafür sorgt das nur das defekte, bzw. fehlende Paket nachgeschickt wird. Und da bei zwanzig Paketen die Chance auf einen Fehler fast doppelt so hoch ist wie bei elf... kann man sich recht einfach ausrechnen was passiert wenn man den besagten Spielfilm über das Netz transportieren will.
Leider kommt es durch falsch konfigurierte Firewalls oder sonstige Fehler in der Konfiguration auch auf den Servern großer Sites immer wieder zu Fehlern die verhindern dass diese aufgerufen werden können. In vielen Fällen hilft es dann den MTU Wert zu reduzieren (-> 1452 als nächster Schritt). Leider hilft dies nicht immer weiter da einige große Anbieter auch größere Pakete unfragmentiert auf den Weg schicken und die dann auf dem Weg durchs PPPoE hängen bleiben weil eine Einstellungen das weitere Zerlegen verhindert. Normalerweise sollte der Absender in diesem Fall eine Fehlermeldung erhalten, diese bleibt aber "gern" an der Firewall hängen, derjenige erfährt also nichts davon und hat daher keine Möglichkeit die Daten erneut mit anderen Einstellungen zu versenden. Im Internet habe ich Hinweise auf Microsoft und GMX ([1]) gefunden bei denen so etwas vorkommen soll.
